Der Künstler

Hans-Jürgen Wormeck 27711 Osterholz-Scharmbeck Westerbecker Str.75A Tel 04791 8481

1941 in Westpreußen geboren

1944 nach der Flucht in den Westen wächst er in Leer/Ostfriesland auf

1960 beginnt er sein Kunststudium in Mainz, später in Berlin

1966 er lebt von 1966-1973 in Dortmund

1973 zieht Wormeck nach OHZ

eine Auswahl seiner Einzelausstellungen und Projekte:

1969 Duisburg, Galerie NOS

Darmstadt, Galerie Garuda

Darmstadt, Schlossgalerie

1969-73 Animationsfilme in Super8mm (Lackzeichnungen, Einritzungen, Säure,..)

1973 Radiermappe „Schmetterlinge“

1977 Radiermappe „Teufelsmoor“

1978 Otterndorf, Dresdener Bank

1979 Stade, Dresdener Bank

1981“Die Herberge“, Lithos zum Text von Karin Struck

1986 Osterholz-Scharmbeck, Galerie Jenner, „Totenfloß“ Aquarelle und Radierungen zum

Bühnenstück von Harald Müller

1988 Mappe „Schimmelpilz, Blütenpapier und Blattgold“, Langzeitexperimente, Meditatio-

nen und vergnügliche Auswertungen

1988 OHZ, Kunstverein, „Neue Bilder und Objekte“

1989 Oldenburger Staatstheater, große Leinwände

1989 Herrsching, „Blatt-Werke“

1989 München

1990 Beginn des Projektes „Pannonischer Hochstand“, das sich über 12 Jahre hinziehen wird.

1991 Bremen, Galerie pro art, „Pannonischer Hochstand I“

1992 OHZ, Jenner, „Goldblätter“

1994 Worpswede, Forum für zeitgen. Kunst/Roseliusmuseum, „Pannon.Hochstd. II“

1995 Reilingen, atelierGalerie, „Geflügelte Worte“

1997 Galerie im Park, „Pannon.Hochstand III“

1997 Lüneburg, Museum für das Fürstentum L., „Pannon.Hochstd. IV“

1998 OHZ, Kunstverein, „Landschaften“

1998 Kiel/Altenholz, Hotel Kronsberg

2001/02 Lollis im Teufelsmoor, Langzeitprojekt im Hamberger Moor

2009 Faun-Ausstellung OHZ

2010 OHZ, Kunstverein „Brechender Blick“

Hans-Jürgen Wormeck lädt ein in seine Bilderwelten:

„Wer angesichts meiner Kunst etwas fühlt, ist mir auf der Spur. Kunst ist nicht an Raum und Zeit gebunden, an keine Moral, an keine Konvention. Sie geht von einem Ort aus, den es gibt, und sucht einen anderen Ort, der in uns selbst ist. Sie umkreist unser Innen.

Nur so viel: meine Kunst ist ein Geheimnis. Was immer wir darüber sagen, wie immer wir es lüften wollen, wie immer wir es teilen – es bleibt eines. Es hat die Qualität von Animation, von Einkehr und einem unendlichen Weg.“ ( 5 )

Er ist ein Forscher, ein Abenteurer, ein Entdecker, ein Spieler und Poet. Hans-Jürgen Wormeck sprüht vor Ideen. Sein Haus, eine ausgebaute Scheune, ist ein einziger Ort kreativen Schaffens. „Meine Kunst ist ein Geheimnis“, sagt er, „wie immer wir es lüften wollen, es bleibt eines. Es hat die Qualität von Animation, von Einkehr und einem unendlichen Weg.“ ( 1 )

Der Malerei widmet sich der 1941 in Westpreußen geborene Wormeck schon als Schüler. Eine Folge dieser Leidenschaft war das Kunststudium in Mainz und Berlin. Nach einer Assistenzstelle in Dortmund entschied er sich eine Heimat dort zu suchen, wo er sich mit seiner Sehnsucht nach Natur ausleben kann: das Teufelsmoor. Er beschreibt die Natur dieser Gegend auf seine poetische Weise:
„Landschaft im Winter, in den Hammewiesen am Rande zum Teufelsmoor, Wildgänse, Schwäne stehen in Eispfützen und durchschnattern das Wasser, halten inne, prüfen das Umfeld und weiter und immer einen Schritt näher, wie in meinen Kinderträumen…“.( 2 )

Am Anfang seiner künstlerischen Arbeit stand die Radierung im Vordergrund. Bis heute ist ihm diese besonders sensible Kunstform eine seiner hauptsächlichen Sprachen. Hans-Jürgen Wormeck läßt sich von der Landschaft des Teufelsmoores mit seinen Geheimnissen inspirieren. Dabei variiert er das Thema zwischen subtiler Gegenständlichkeit bis hin zu Verfremdungen z.B. durch Bildung von Ambivalenzen, Ironisierung und Abstraktion. Den schwärmerischen , sentimentalen Blick der alten Worpsweder nimmt er in seine Arbeit nie auf.
Ende der achtziger Jahre erhält die Malerei größeren Raum . Auf großformatigen Leinwänden experimentiert Wormeck mit Farben und Formen, klebt Seidenpapiere und Stoffe in die Bilder und übermalt sie wieder. Mit diesen Arbeiten verfolgt er keine inhaltlichen Anliegen. Er, der Forscher, der auch das Spiel mit dem Material liebt, nutzt die Farbe um ihrer selbst willen. Nach der Manier des Informel und abstrakten Expressionismus trägt er sie gestisch, heftig und emotional auf, ritzt und schneidet Spuren in die Leinwand, übergießt sie mit transparenten Substanzen, die gelegentlich mit unterliegenden Schichten verschmelzen. Auf diese Weise entstand u.a, auch der „Blauberg“.
Hans-Jürgen Wormecks zahlreiche Installationen mit dem Titel „Der Pannonische Hochstand“ sind eine Manifestation von seinen poetischen Phantasien, die sich in einem Langzeitprojekt ständig vertiefen und mit dem der Künstler die Metamorphosen seines Schaffens durchlebt. „In schwindelnder Höhe Neben- und Quergedanken haben, assoziieren und auf ungewohnte Perspektiven und Zusammenhänge stoßen, auch neue Nachbarschaften stiften von Materialien und Farben, mit einem Wort alles, was sich eignet poetische Beziehungen einzugehen, das ist PANNONISCH.“( 3 )

Zu den pannonischen Elementen Hans-Jürgen Wormecks gehören Eibenholz, die Farbe Indigo, Gold, Fallschirmseide und Seidenpapier. Aus diesen Materialien fertigt der Künstler wunderliche Dinge, wie riesige Lollis aus Seidenpapier oder kleine Schmuckkästchen, die mit Beton gefüllt werden, in den wiederum ein Hochstand geritzt oder ein Lolli eingelegt wird. Dieses Drei-Schritte-Prinzip, in dem immer aus zwei Dingen ein neues Drittes entsteht, zieht sich durch sämtliche Arbeiten dieser Reihe und ist typisch Pannonisch.
„Haben Sie manchmal das Gefühl, daß Sie verrückt sind?“ wurde Hans-Jürgen Wormeck von einem Kritiker im Hinblick auf seine Pannonische Welt gefragt. „Natürlich bin ich verrückt“, antwortet der Künstler. „Es wäre schrecklich für mich, wenn ich mich im Wahnsinn der Normalität aufhalten müßte“.( 4 ) Gerade aus dieser Position heraus, die gleichzeitig ein völlig zweckfreies Handeln erlaubt, können Dinge entstehen, die Fragen aufwerfen, erstaunen, verzaubern und Geheimnisse in sich bergen.

Quelle: Donata Holz ; „Unter den großen Himmeln“
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1 aus: Aufzeichnungen von H.-J. Wormeck
2 aus einem Gespräch mit Wormeck am 25.5.9
3 s. Katalog „Der Pannonische Hochstand III“, Galerie im Park, Bremen 1997, S.16
4 ebenda S.19
5 aus: Aufzeichnungen von H.-J. Wormeck

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